US-Präsident Donald Trump hat die Einführung neuer Zölle für die meisten Länder der Welt angekündigt, die am 9. April 2024 in Kraft treten werden. Die Ukraine wird mit 10 % einen der niedrigsten Zölle erhalten, während die Sätze für andere Länder deutlich höher sein werden.
Jaroslaw Schelesnjak, erster stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Finanz-, Steuer- und Zollpolitik der Werchowna Rada, weist darauf hin, dass diese Zölle keine nennenswerten negativen Auswirkungen auf die ukrainische Wirtschaft haben werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass sich die ukrainischen Exporte in die USA auf weniger als eine Milliarde Dollar belaufen, also lediglich zwei Prozent der Gesamtexporte des Landes.
Im Gegensatz dazu sind die Importe amerikanischer Waren in die Ukraine fünfmal höher. Dies ist einer der Gründe, warum Kiew mit einem relativ milden Zoll von 10 Prozent belegt wurde, während beispielsweise China mit Zöllen von 54 Prozent rechnen muss. Es ist erwähnenswert, dass ein erheblicher Teil der ukrainischen Exporte in die USA Metallprodukte sind, die seit März 2024 einem separaten Zoll von 25 % unterliegen. Darüber hinaus handelt es sich bei etwa einem Drittel der Lieferungen um Agrar- und Lebensmittelprodukte, für die seit April Zölle erwartet werden.
Laut Zheleznyak könnte die Situation für die Ukraine sogar neue Chancen schaffen. Es wird erwartet, dass die Europäische Union, China, Indien und andere Länder entsprechende Zollbeschränkungen für amerikanische Waren verhängen. Dies könnte den ukrainischen Herstellern zusätzliche Perspektiven eröffnen, da sie so in die Märkte von Ländern eintreten können, die ihre Importe aus den USA reduzieren.
Obwohl die Einführung neuer Zölle den ukrainischen Außenhandel beeinträchtigen wird, wird sie keine katastrophalen Folgen haben. Gleichzeitig ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten zur Diversifizierung der Exporte und zum Ausbau der Zusammenarbeit mit anderen internationalen Partnern.
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